Was der Salesforce Health Check zeigt und was er verschweigt
Zuletzt geprüft: 15. September 2026
Ein Salesforce Health Check macht eine Sache sehr gut: Er zeigt, wie genau die Sicherheitseinstellungen einer Salesforce-Organisation einem definierten Standard entsprechen, ausgedrückt als Score zwischen 0 und 100.
Was er nicht zeigt: wie gut die Salesforce-Organisation insgesamt aufgebaut ist.
Der native Health Check bewertet weder das Datenmodell noch Automatisierungen, Apex-Code, Integrationen oder die allgemeine Berechtigungsarchitektur. Auch die Frage, wie gut eine Organisation auf den Einsatz von KI-Agenten vorbereitet ist, bleibt unbeantwortet.
Deshalb kann eine Salesforce-Organisation einen hervorragenden Health-Check-Score haben und trotzdem schwer zu warten, aufwendig zu verändern oder noch nicht auf kommende Anforderungen vorbereitet sein.
Was misst der Standard Salesforce Health Check?
Der Salesforce Health Check vergleicht die Sicherheitseinstellungen deiner Organisation mit dem Salesforce Baseline Standard oder mit einem eigenen Sicherheitsprofil, das du definierst. Das Ergebnis ist ein Security Score von 0 bis 100.
Geprüft werden unter anderem:
- Passwortrichtlinien
- Session-Timeouts
- Zertifikate
- Login- und Zugriffseinstellungen
- Clickjack-Schutz
- CORS
Die einzelnen Einstellungen werden entsprechend ihrer sicherheitsrelevanten Bedeutung gewichtet.
Der Health Check ist kostenlos, direkt in Salesforce Setup verfügbar und aktualisiert sich automatisch, sobald du relevante Einstellungen änderst. Als reine Sicherheitsprüfung ist er durchaus sinnvoll. Jeder Salesforce-Administrator sollte diesen Wert im Blick behalten.
Entscheidend ist jedoch das Verständnis der Aussagekraft: Ein hoher Score zeigt, dass deine Sicherheitskonfiguration stimmt. Er zeigt nicht, ob deine Salesforce-Plattform architektonisch nachhaltig aufgebaut ist.
Was bleibt beim Salesforce Health Check außen vor?
Alles, was keine reine Sicherheitseinstellung ist, liegt außerhalb des Scopes. Dazu gehört, wie sich dein Datenmodell entwickelt hat, wie Automatisierungen zusammenspielen oder ob dein Apex-Code langfristig wartbar bleibt.
Auch die Berechtigungsstruktur wird nicht in der Tiefe bewertet, die für eine umfassende Architekturbetrachtung notwendig wäre. Vor allem beantwortet der Health Check nicht die Frage nach der KI-Reife.
| Das kann der Health Check sehen | Das kann der Health Check nicht sehen |
|---|---|
| Passwort- und Session-Einstellungen | Aufbau des Datenmodells |
| Umgang mit Zertifikaten und Schlüsseln | Überschneidungen bei Flows und Automatisierungen |
| Login- und Zugriffseinstellungen | Qualität des Apex-Codes und Testabdeckung |
| Clickjack- und CORS-Schutz | Aufbau von Permission Sets und Profilen |
| Sicherheitseinstellungen im Vergleich zu einem definierten Standard | Integrationsarchitektur und API-Nutzung |
| Ungenutzte Felder, Reports und Metadaten | |
| Bereitschaft für KI-Agenten und KI-Coding-Agenten |
Die Komplexität einer Salesforce-Organisation entsteht selten durch eine einzelne Sicherheitseinstellung. Sie wächst über Jahre hinweg durch neue Projekte, Teams und Integrationen.
Warum auch ein hoher Score technische Schulden verbergen kann
Der Health Check vergleicht Einstellungen mit einem Soll-Wert. Er bewertet nicht die technische Architektur, die im Laufe der Zeit um diese Einstellungen herum entstanden ist.
Salesforce-Umgebungen wachsen organisch. Ein Flow wird für eine neue Anforderung erstellt. Jahre später übernimmt ein weiterer Flow einen ähnlichen Prozess. Eine Berechtigung wird kurzfristig erweitert, damit ein Projekt live gehen kann. Felder sammeln sich an und Integrationen vervielfachen sich.
Nichts davon verschlechtert deinen Health-Check-Score. Für die Wartbarkeit und Skalierbarkeit deiner Plattform macht es jedoch einen erheblichen Unterschied.
Besonders relevant wird das bei größeren Veränderungen oder bei der Einführung von KI. Bevor ein KI-Agent sicher mit Salesforce-Daten und -Prozessen arbeiten kann, muss klar sein, womit er tatsächlich arbeitet: Welche Daten sind zuverlässig? Welche Automatisierungen werden noch benötigt? Wer hat Zugriff auf welche Informationen? Und wo bestehen technische Abhängigkeiten?
Auch KI-Coding-Agenten orientieren sich an diesem Kontext, wenn sie Automatisierungen verändern. Fehlen klare Vorgaben, übernehmen sie dabei schnell veraltete Flow-Muster aus der Org oder ihrem Trainingsmaterial.
Salesforce Health Check vs. umfassendes Plattform-Assessment
Das Plattform-Assessment von Pariveo geht weit über Sicherheitseinstellungen hinaus und analysiert den Gesamtzustand deiner Organisation.
Dabei werden unter anderem Datenmodell, Automatisierungen, Berechtigungen, Code, Integrationen und KI-Reife betrachtet. Das Ergebnis ist nicht einfach eine weitere Zahl, die regelmäßig kontrolliert werden muss. Stattdessen entsteht ein Gesamtbild der Organisation: Wo steht sie heute? Wo besteht Handlungsbedarf? Und welche Schritte sollten als Nächstes erfolgen?
| Salesforce Health Check | Plattform-Assessment | |
|---|---|---|
| Scope | Sicherheitseinstellungen | Die gesamte Salesforce-Organisation: Daten, Automatisierung, Berechtigungen, Code, Integrationen und KI-Reife |
| Bewertung anhand von | Einem Security Baseline Standard | Mehr als 200 Bewertungskriterien in 15 Modulen |
| Ergebnis | Ein Security Score von 0–100 | Eine Management-Zusammenfassung mit priorisierter Roadmap |
| Turnus | Kontinuierlich in Salesforce Setup | Punktuelle Bewertung mit anschließendem Report |
| Zentrale Frage | Entsprechen meine Sicherheitseinstellungen dem Standard? | Wo ist die Organisation bereit für Veränderungen und wo müssen zuerst Grundlagen geschaffen werden? |
Der Unterschied besteht also nicht darin, dass eines besser wäre als das andere. Beide beantworten unterschiedliche Fragen.
Ein Health Check ist sinnvoll, wenn du wissen möchtest, ob deine Sicherheitseinstellungen einem definierten Standard entsprechen.
Ein Plattform-Assessment ist sinnvoll, wenn du den Zustand deiner Salesforce-Organisation insgesamt verstehen und daraus konkrete nächste Schritte ableiten möchtest.
Wann ist welcher Check sinnvoll?
Den Salesforce Health Check solltest du kontinuierlich im Blick behalten. Er ist kostenlos und liefert Admins eine schnelle Orientierung zu den Sicherheitseinstellungen.
Ein umfassendes Plattform-Assessment ist genau dann der richtige Schritt, wenn größere Veränderungen bevorstehen:
- eine Salesforce-Datenmigration
- die Einführung von KI-Agenten
- eine Fusion oder Übernahme
- ein größeres Transformationsprojekt
- die Übergabe einer bestehenden Organisation an ein neues Team
- umfangreiche Änderungen an Automatisierungen oder Architektur
Ein Plattform-Assessment muss dabei nicht „bestanden" werden. Es geht vielmehr darum, ein realistisches Bild der aktuellen Organisation zu bekommen, bevor die nächste große Veränderung beginnt.
Für Unternehmen, die dieses Bild regelmäßig aktualisieren möchten, bieten Wiederkehrende Plattform-Reviews eine entsprechende Bewertung in einem festen Turnus.
Das Wichtigste zusammengefasst
Ein Salesforce Health Check zeigt dir, ob deine Sicherheitseinstellungen einem definierten Standard entsprechen.
Er zeigt dir nicht, ob deine Salesforce-Organisation sinnvoll strukturiert, einfach zu verändern oder bereit für KI ist.
Man kann es sich wie bei einem Gebäude vorstellen: Es ist wichtig zu wissen, dass die Türen sicher verschlossen sind. Das sagt aber noch nichts darüber aus, wie das Gebäude aufgebaut ist, was sich hinter den einzelnen Türen befindet oder ob das Fundament einen weiteren Stock tragen könnte.
Für eine fundierte Einschätzung brauchst du beide Perspektiven.
Nutze den Health Check, um deine Sicherheitskonfiguration im Blick zu behalten. Nutze ein umfassenderes Plattform-Assessment, wenn du verstehen möchtest, wie deine Salesforce-Organisation insgesamt aufgestellt ist und was als Nächstes sinnvoll ist.